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Montag, Mai 11th, 2009 | Author: admin

Bam. Da ist er wieder: Der Einfluss der mächtigen Bankiers. Heutige Folge:

Rockefeller möchte eine Totalkontrolle des Internets:

Senator Jay Rockefeller und Senator Olympia Snowe fordern doch tatsächlich im Cybersecurity Act 2009, dass Obama das komplette Internet per Knopfdruck deaktivieren kann.

Warum? Natürlich um die Infrastruktur zu sichern:  Es sei unbedingt erforderlich, um Strom und Wassernetze in Notfällen zu stabilisieren (was zur Hölle ?!), ganz im Sinne der (inter-) nationalen Sicherheit.

Kritiker bemängeln die Verfassungswiedrigkeit, aber auch die Verletzung der Privatsphäre und die nicht näher definierten Anwendungsmöglichkeiten des Cybersicherheitsgesetzes. Die Definition wäre wohl “Interpretationssache des Präsidenten”

“access to all relevant data concerning [critical] networks without regard to any provision of law, regulation, rule, or policy restricting such access.”,

heisst es im Originaltext, was soviel bedeutet, wie: Alles kann überwacht werden und es kann sich Zugang zu persönlichen Daten verschafft werden.

Ein weiteres Statement von Rockefeller:

“We must protect our critical infrastructure at all costs—from our water to our electricity, to banking, traffic lights and electronic health records—the list goes on,… [...]

if we fail to take swift action, we, regrettably, risk a cyber-Katrina.”

Sinngemäß sagt er: Wir müssen unsere Infrastruktur, unsere Wasserversorgung, unsere Banken, unsere Ampeln, unsere elekronischen Gesundheitspässe und so weiter mit allen Kosten schützen. Wenn wir nicht rasch handeln, erleben wir einen CyberKatrina (Katrina war einer der heftigsten Hurricanes den die USA erlebt hat, siehe hier)

Die weitreichenden Befugnisse, die mit der Rechtsvorschrift kommen, unterminieren das Electronic Communications Privacy Gesetz (ECPA), welches in den 80igern eingefügt wurde. Laut dem ECPA muss es erst richterliche Beschlüsse für das Abhören geben, bevor gehandelt werden darf. Diese würden nun wegfallen und Willkür würde in den Behörden ihren Lauf nehmen (wenn sie das nicht eh schon tut…).

Zuletzt bleibt nur noch eine Kritik: Die USA schafft es ja nicht mal, das Pentagon vor Hackern sicher zu machen, siehe hier und hier. Wenn Unberechtigte sich Zugriff zu dem System verschaffen, haben sie evtl mehr Macht, als der Präsident und können einiges Dummes mit den persönlichen Daten der Menschheit machen.

Weiterführende Artikel

Hier gibts den Gesetzesentwurf

Internet hätte nie existieren sollen (Video) + weitere Infos

Donnerstag, Mai 07th, 2009 | Author: Frantic

Der tschechische Senat hat sich nun mit dem EU Vertrag “befasst” und ihn gebilligt. 54 der 79 anwesenden Senatoren stimmten zu, nachdem es eine lange Diskussion gab, bei der nur wenige kritische Argumente einbrachten.

Entgegen der läufigen Meinung ist dem Vertrag noch nicht entgültig zugestimmt worden. Nachdem im Februar das Abgeordnetenhaus mit 125:61 Stimmen dem Vertrag zustimmte, fehlt nun noch eine Unterschrift des Präsidenten Vaclav Klaus, der der EU allerdings kritisch gegenübersteht. Er fürchtet  den Verlust  den tschechischen Souveränität. Nach seiner Aussage wird er den Vertrag erst unterzeichnen, wenn Irland dem Vertrag in einem Referendum zustimmt.

Um den Vertrag vollends zu ratifizieren, müssen alle 27 Mitgliedsstaaten dem Vertrag zustimmen. Momentan fehlt die Zustimmung der Präsidenten von Polen, Tschechien und Deutschland (23 der 27 Staaten haben bereits zugestimmt) und ausserdem steht das Referendum von Irland aus. In Deutschland wird derzeit geprüft, ob der Vertrag mit unserem Grundgesetz harmonisiert, oder ob er nicht ratifiziert werden darf.

Hier noch ein Statement von Vaclavs, der die Zustimmung als ein feiges Versagen unserer politischer Eliten betrachtet:

Ich muss meine Enttäuschung darüber äußern, dass einige Senatoren unter unerhörtem politischen und medialen, einheimischen und ausländischen Druck ihre bisher öffentlich erklärte Meinung resignativ änderten und mit der Ratifizierung des Vertrages von Lissabon auch ihre politische und menschliche Integrität verloren haben. Sie kehrten damit den langfristigen Interessen der Tschechischen Republik den Rücken und ordneten sie den kurzfristigen Interessen der derzeitigen politischen Repräsentanten sowie ihren eigenen Interessen unter.

Das ist ein sehr trauriger Beleg eines weiteren Versagens eines bedeutenden Teils unserer politischen Elite, die wir nur zu gut aus verschiedenen Augenblicken der tschechischen Geschichte kennen. Unsere Politiker fanden dafür immer die gleiche feige Begründung: Wir sind klein, schwach, bedeuten nichts im europäischen Kontext, müssen uns unterordnen, auch wenn wir damit nicht einverstanden sind. Derlei lehne ich ab. Entweder haben wir nach dem November (Samtrevolution1989) erneut unsere Souveränität gewonnen und damit auch die Verantwortung für das weitere Schicksal unseres Landes, oder das alles war nur ein tragischer Irrtum. Das ist im Jahr der zwanzigsten Wiederkehr des Novembers 1989 eine äußerst aktuelle Bemerkung.

Jetzt warte ich darauf, dass eine Gruppe von Senatoren – wie einige von ihnen angekündigt haben – das Verfassungsgericht um eine weitere Beurteilung des Vertrages von Lissabon im Verhältnis zu unserer Verfassung ersuchen wird. Sollte es dazu kommen, werde ich meine Entscheidung darüber, ob ich den Lissabon-Vertrag ratifiziere oder nicht ratifiziere, nicht eher erwägen, als dass das Verfassungsgericht sein Wort gesprochen hat.

Meine Auffassungen in dieser Angelegenheit sind bekannt und klar. Ich kann es mir nicht erlauben, in einer Weile grundsätzlich dagegen zu sein, und dann, weil es beginnt, meinen persönlichen politischen oder Karrierezielen in den Kram zu passen, meine Meinung einfach ändern.

Aber nehmen wir nichts vorweg. Der Vertrag von Lissabon ist derzeit tot, weil er in einem Mitgliedsland (Irland) in einem Referendum abgelehnt wurde. Deshalb steht meine Entscheidung über die Ratifizierung dieses Vertrages nicht auf der Tagesordnung.”

(Übersetzung aus dem Tschechischen: Hans-Jörg Schmidt, Quelle: Welt online)

Wie hier deutlich wird, hat er Insiderwissen. Vaclav weiss, dass viele Abgeordnete eine andere Meinung zu dem Vertrag hatten und diese nicht einfach zufällig geändert haben. Ich denke der Text zeigt deutlich, dass er über die Korruptheit der Politiker, die “sein” Land verraten, wütend ist.

weiterführende Artikel:

Das Abgeordnetenhaus von Tschechien stimmt für den EU Vertrag

Neue Verfassungsklage in Deutschland

So wettert Vaclav Klaus gegen Europa