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Donnerstag, März 18th, 2010 | Author: Frantic

Tausende Mitarbeiter von Arbeitsagenturen werden ab 2012 an sensible Arbeitnehmerdaten herankommen. Dank dem elektronischen Entgeltnachweis, kurz ELENA. Und so funktioniert ELENA: Alle Arbeitgeber müssen seit dieser Woche an einen Zentralrechner der Deutschen Rentenversicherung die Daten ihrer Arbeitnehmer übermitteln. Die Höhe des Gehalts, die Fehltage, Abmahnungen und Kündigungen. Die Daten werden jeden Monat für den Fall gesammelt, dass ein Arbeitnehmer mal Arbeitslosengeld, Wohngeld oder Elterngeld vom Staat beantragen könnte, oder andere Sozialleistungen. Also einfach auf Verdacht; die meisten ELENA-Daten werden hier nie genutzt. Quelle

Kommentar:

Ein Zentralcomputer, mitten in Deutschland. Geschaffen, um Verwaltungskosten im Wert von 500 mio Euro jährlich zu sparen. Mit effektiven Werbeslogans, wie “Und nachher werden sich alle fragen, wie es denn vorher funktioniert hat.”, wird Nutzern jetzt schon vermittelt, dass es langfristig keine besseren und vorallem keine anderen Lösungen gibt, als das ELENA Verfahren.

Ich habe einmal eine Buchvorstellung geschrieben, in dem es um genau das Gleiche ging. Ein Computernetzwerk wird geschaffen, um Verwaltungs- und Papierkosten zu sparen. Immer mehr Firmen schliessen sich dem Netzwerk an. Die Bevölkerung kann sich dort aber noch freiwillig registrieren. Nach einiger Zeit nutzen die Banken ebenfalls dieses System, um ihren Geschäften nach zu gehen. Dann beginnt der Abbau der persönlichen Demokratie. Die Ämter sind nur noch online zu erreichen und es gibt keine persönlichen Gespräche mehr. Immer mehr Menschen registrieren sich in dem System. Menschen, die das System boykottieren, werden gehänselt und verspottet. Neukunden bekommen erhebliche Boni auf Sprit, Zahlungen und und und. Mit Prozenten wird das Volk gezwungen, sich an zu melden. Wer sich nicht registriert, zahlt zu viel und hat kaum genug zu leben. Menschen werden in Steuerklassen eingeteilt und bekommen Privilegien. Es entsteht ein Klassen denken (Nicht das 3 Klassen System, aber ein 9 Klassen System – von Multimilliardäre bis Arbeitslose).

An diesem Beispiel sieht man deutlich, wohin so ein Datensammlerwahnsinn führen kann. Zum Schluss des Buches gabs dann Bücherverbrennungen und Zwangsregistrationen. Anschliessend wurde dieses Netzwerk mit intelligenten Kameras ausgestattet und der perfekte Überwachungsstaat war geschaffen: Niemand erinnert sich mehr dran, wie es vorher funktioniert hat.. Welche Daten werden gespeichert, Warum werden so viele überflüssige Daten mitgespeichert? Welche Rechte hat jemand? Was kann korrigiert werden und wie kann eingegriffen werden? Wer liest die Daten? Sind die Chipverfahren zur Verifizierung wirklich sicher (Nein!!!) ?

Prof. Ulrich Goll (FDP), Justizminister Baden-Württemberg: “Ich garantiere Ihnen, alle Daten, die erhoben werden, werden hinterher für andere Zwecke genutzt, als es ursprünglich im Gesetz drinsteht. Das habe ich bisher in jedem Fall so erlebt und das hat mich eigentlich zu dem Punkt gebracht, dass ich heute sage, nur ein Datum, was nicht erhoben wird, ist wirklich geschützt.”

Ich kann nur jedem empfehlen, sich das Buch durch zu lesen (Ab ca 1 Euro bei Amazon bestellbar..)